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Öl-Ausstellung? „Auch in Wolfsburg machbar“

Interimsdirektor Otmar Böhmer und designierter Museumschef Andreas Beitin (von links).
Interimsdirektor Otmar Böhmer und designierter Museumschef Andreas Beitin (von links).

Neuer Museumschef Beitin vorgestellt

WOLFSBURG (ph). Am 1. April tritt Andreas Beitin seinen neuen Posten als Direktor des Kunstmuseums Wolfsburg an. Jetzt stellte sich der designierte Museumschef vor – und musste auch kritische Fragen beantworten.

Es sei für ihn ein „im doppelten Sinne komfortabler Start“, erklärte der designierte Kunstmuseumsleiter Andreas Beitin in Wolfsburg und bezog sich auf die umfangreichen Renovierungsarbeiten und darauf, dass die nächste Ausstellung „Now is the Time“ ab 24. März als Sammlungsausstellung vom Sammlungsleiter Holger Broeker kuratiert wird.

Die erste Ausstellung von Beitin soll im November 2019 starten – mit Arbeiten von Ryoji Ikeda. Beitin tritt ein schweres Erbe an – nachdem Mitte Dezember sein Vorgänger Ralf Beil von einem Tag auf den anderen nicht mehr das Kunstmuseum führen durfte. Beil schrieb, dass das Amt „für mich ebenso überraschend wie für Außenstehende“ ende. Nicht mehr im Programm bis 2020 findet sich die unter Beil geplante Ausstellung „Oil. Schönheit und Schrecken des Erdölzeitalters“. Für solche Projekte sei die künstlerische Freiheit „offenbar nicht mehr gegeben“ – so Beil. Interimsdirektor Otmar Böhmer erklärte, dass diese Ausstellung nur verschoben sei und nannte „eher 2021“ als neuen Termin. Zur Personalie Beil erklärte Böhmer, dass man sich „noch in juristischen Auseinandersetzungen befinde“ und deshalb „weiterhin nichts sagen könne“.

Im „Mission Statement“ von Beitin steht, dass sich das Kunstmuseum „auch als ein kritischer Analyst und Begleiter globaler Entwicklungen“ sehe. Auf die Frage, ob er denn mit Hinblick auf die Personalie Beil genügend künstlerische Freiheit für diese Rolle sehe, sagte Beitin, dass er keinen Grund sehe, „dass meine kuratorische Freiheit eingeschränkt wird.“ Am Ende des Pressegesprächs schob Böhmer noch hinterher: „Es ist auch in Wolfsburg nicht verboten, eine Öl-Ausstellung zu machen.“ Für ein neues Konzept hat das Kunstmuseum jetzt zwei Jahre Zeit.