Reisen/Veranstaltungen

Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (IZS) informiert: Stadtgeburtstag im Jahr 1968 als Visitenkarte Wolfsburgs

Das Stadtfest im Jahr 1968 im Foto von Robert Lebeck. Foto: Robert Lebeck, Archiv Robert Lebeck
Das Stadtfest im Jahr 1968 im Foto von Robert Lebeck. Foto: Robert Lebeck, Archiv Robert Lebeck

Archivalie: Eine Vernissage als Visitenkarte Wolfsburgs

WOLFSBURG (of). Im Jahr 1968 feierte Wolfsburg seinen 30. Stadtgeburtstag. Das Programm unterschied sich deutlich von dem Ablauf des Festes zum 80-jährigen Bestehen der VW-Stadt, wie die IZS-Archivalie des Monats belegt.

„Der Schwerpunkt lag vor 50 Jahren eindeutig auf der Kultur“, stellt Alexander Kraus, Historiker am Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (IZS) beim Pressegespräch fest.

Denn: Die offizielle Eröffnung der elf Tage langen Feier vom 22. Juni bis 1. Juli wurde mit der Vernissage „Ornamentale Tendenzen in der zeitgenössischen Malerei“ im Kunstvereins im Schloss begonnen. Der Kunstverein hatte vorher gar keine eigenen Räume besessen.

„Dies unterstreicht die immense Bedeutung, die die zeitgenössische Kunst in den 1960er Jahren für Wolfsburg hatte und welche außerordentliche Funktion diese für die Stadt übernehmen sollte: Sie war Aushängeschild und Visitenkarte einer sich entwickelnden städtischen Identität“, betont Kraus.

Dem Festakt im Kunstverein wohnte Prominenz aus Stadt und Werk bei. So waren Oberbürgermeister Hugo Bork, Oberstadtdirektor Günter Balk und das VW-Vorstandsmitglied Carl Hahn anwesend. Fotografisch auch dokumentiert von Robert Lebeck, der für eine Stern-Reportage in Wolfsburg war.

„Tatsächlich unterstrich die Stadt Wolfsburg mit der Eröffnung im Kunstverein noch einmal ihre Ambitionen, als Vermittlerin für zeitgenössische Kunst wahrgenommen zu werden. Dies dokumentiert ein Schreiben des damaligen Schul-, Kultur- und Sportdezernenten Karl-Heinz Schulte vom 21. Juni 1968, das an alle Schulen der Stadt versandt wurde“, so Kraus weiter. In dem Schriftstück heißt es, dass die Ausstellung im Kunstverein „hervorragendes Anschauungsmaterial für die Kunsterziehung (bietet). Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie den Oberklassen Ihrer Schule die Möglichkeit geben würden, die Ausstellung zu besuchen.“

Umrahmt wurde die 30-Jahr- Feier 1968 mit einem breiten Programm. Es gab eine Briefmarkenschau des Philatelisten- Clubs Wolfsburg, die im Programmheft als erste Veranstaltung angekündigt war.

Außerdem wurde ein Schauzeltlager der Jugend veranstaltet. Gleichzeit lockte das Schützenfest (s. Foto) auf die Festmeile. Ein großes Lichterfest im Schlosspark sowie zahlreiche sportliche Wettkämpfe sollten offenbar die Vielfalt der Stadt zeigen.

Eine Rekrutenvereidigung im VfL-Stadion am Elsterweg fiel ebenfalls in die Tage des Stadtgeburtstages. „Sie war von Jugendprotesten begleitet und soll kurz darauf für viele innerstädtische Diskussionen sorgen“, so Kraus.
Datenschutz