Volkswagen „Jetta“ für junge chinesische Erstkäufer

Verkaufsstart der neuen VW-Sub-Marke „Jetta“ im Herbst mit zwei SUV-Modellen und einer Limousine (kl. Fotos) in China – junge Erstkäufer sollen angesprochen werden. Fotos (3): Volkswagen
Verkaufsstart der neuen VW-Sub-Marke „Jetta“ im Herbst mit zwei SUV-Modellen und einer Limousine (kl. Fotos) in China – junge Erstkäufer sollen angesprochen werden. Fotos (3): Volkswagen

Volkswagen stellte neue Sub-Marke für Markt in China vor

WOLFSBURG (nd). Am Dienstag wurden im Volkswagen Stammwerk zwei von insgesamt drei neuen Modellen der neuen Marke „Jetta“ vorgestellt. Mit den von FAW-Volkswagen in Chengdu produzierten Fahrzeugen soll das Marktpotenzial in China weiter ausgeschöpft werden.

„Letztes Jahr wurden in China rund 23 Millionen Pkw verkauft, das ist das Anderthalbfache aller europäischen Märkte insgesamt“, erläuterte Jürgen Stackmann, Vertriebsvorstand der Marke Volkswagen beim Pressegespräch, „China hat sich in den vergangenen Jahrzehnten rasant entwickelt.“

Die Marke Volkswagen hat letztes Jahr 3,1 Millionen Fahrzeuge in die Volksrepublik ausgeliefert. Mit einem Anteil von fast 50 Prozent an den weltweiten Auslieferungen ist China nicht nur der größte Einzelmarkt des Konzerns, sondern auch der größte weltweit. Daher sehe der Konzern im chinesischen Automobilmarkt für die Marke Volkswagen große Potenziale, sagte Stackmann. Trotz eines rückläufigen Gesamtmarktes im vergangenen Jahr, möchte VW in China künftig mehr Autos verkaufen.

Von einer Bevölkerungsanzahl von etwa 1,4 Milliarden Menschen in China, gehören aktuell etwa 109 Millionen Menschen der Mittelklasse an. Dies gehe aus einer Studie des Wirtschaftsexperten Wu Xiaobo hervor. Jedoch sei laut Stackmann der Fahrzeugbestand in zahlreichen chinesischen Millionenstädten heute noch deutlich geringer als in Metropolregionen wie Peking und Shanghai. Daneben strebe die stetig wachsende Mittelschicht immer mehr nach individueller Mobilität und dem ersten eigenen Auto.

„Die Kunden in China haben ein deutlich geringeres Monatseinkommen – sie geben im Durchschnitt rund 10.000 Euro weniger für ein Auto aus, als Europäer und Amerikaner“, so Stackmann. Diese Preisklasse müsse laut Stackmann auch bedient werden. Auf dem chinesischen Automobilmarkt gehen 81 Prozent aller Fahrzeuge an Erstkäufer. Diese Zielgruppe möchte der Konzern mit VW „Jetta“ ansprechen.

Das Modellangebot des „Jetta“ umfasst zwei SUV-Modelle und eine Limousine. Preislich werde der Konzern die neue Marke bewusst über den dort üblichen Einstiegspreisen von durchschnittlich 5.000 bis 6.000 Euro positionieren, erklärte Stackmann. Denn der „Jetta“ sei keine „Economy-Marke“. Die Preisspanne für die drei neuen „Jetta“-Modelle bewege sich zwischen 10.000 bis 15.000 Euro. Die genauen Preise wollte der Marken-Vertriebsvorstand Stackmann noch nicht nennen. Die Präsentation der neuen Marke stehe erst in drei Wochen in Shanghai an. Der Verkaufsstart ist für das dritte Quartal dieses Jahres geplant. Für den Vertrieb wurde ein eigenes Händlernetz entwickelt. Mit digitalisierten Verkaufsräumen in Einkaufszentren und mobilen Verkaufsboutiquen soll der direkte Kontakt zum Kunden hergestellt werden. Bis zum Jahresende sollen rund 200 Händler die neue Marke anbieten.

Unter dem Motto „proud past, bright future“ wurde die Idee der neuen „Jetta“-Modelle entwickelt, begründete Stackmann das Projekt. Denn ähnlich wie der Käfer in Deutschland, feiert der „Jetta“ eine lange Erfolgsgeschichte, die bis in die 1990er Jahre zurückgeht. 1991 ging das erste Modell im Hauptwerk Chengchun vom Band. „Fast 30 Jahre steht der Jetta in China für Qualität, Verlässlichkeit und Sicherheit“, so Stackmann. Daher habe Volkswagen zum ersten Mal ein Modell zur Marke gemacht.