Wolfsburg

18 neue „Brückenbauerinnen“ in Wolfsburg ausgebildet  

Die 18 neuen Stadtteilmütter erhielten ihr Zertifikat im Alvar-Aalto-Kulturhaus.
Die 18 neuen Stadtteilmütter erhielten ihr Zertifikat im Alvar-Aalto-Kulturhaus.

Abschluss und Zertifikatsübergabe an Stadtteilmütter


WOLFSBURG (ph). 18 neue Stadtteilmütter erhielten kürzlich ihr Zertifikat und wurden im Alvar-Aalto-Kulturhaus gefeiert. Die Aufgabenbereiche der „Brückenbauerinnen“ sind vielfältig.

OB Klaus Mohrs erklärte: „Die ausgebildeten Stadtteilmütter haben sich seit Jahren als Brückenbauerinnen bewährt. Viele Stadtteilmütter sind in verschiedenen kommunalen und sozialen Einrichtungen im Einsatz. Und auch künftig wird es wichtig und notwendig sein, Mütter mit Zuwanderungsgeschichte auszubilden, um Familien mit Migrationshintergrund kontinuierliche Unterstützung anbieten zu können. Ich bin froh, dass wir dieses Angebot in Wolfsburg haben und das es in diesem Maße wahrgenommen wird.“

Die Teilnehmerinnen erstellen Impulsreferate und erarbeiten Themen in Kleingruppen. Eigene Verhaltensweisen werden reflektiert und es sollen Vorurteile abgebaut und interkulturelles Verständnis entwickelt werden. Das Thema Sprachbildung und Sprachförderung ist zentraler Bestandteil. Auch Bewegung, Lesen, Singen und Geschichten erzählen gehören zu dem Kursus. Thematisiert werden auch Unterschiede in den Erziehungsstilen.

Neben der Vorstellung verschiedener Einrichtungen in kommunaler und freier Trägerschaft, werden im Rahmen der Schulungen auch Informationen über Angebote der Stadt Wolfsburg zu den Bereichen Bildung und Integration vermittelt. „Wir haben viel über unser eigenes Verhalten gelernt und haben von den Anregungen profitiert“, so die frischgebackene Stadtteilmutter Hayet Fattauchi. In der Funktion als „Brückenbauerinnen“ können Stadtteilmütter nach der Ausbildung in Kita, Familienzentrum, Schule oder weiteren Einrichtungen – im Kontakt mit Eltern mit Zuwanderungsgeschichte und pädagogischen Mitarbeitern beratend zur Seite stehen. Darüber hinaus vermitteln sie bei Sprachproblemen für Eltern im Stadtteil und begleiten verschiedene soziale und pädagogische Projekte.

Katharina Varga, Leiterin Geschäftsbereich Jugend: „Die meisten Stadtteilmütter möchten als Vermittlerinnen für Sprache und Kultur in Kitas, Grundschulen und weiteren Einrichtungen tätig werden. Sie sind bereit für ein Ehrenamt und nehmen die Schulung auch wahr, um die Bildungschancen im eigenen Familien- und Kulturkreis zu erweitern. Sie sind bereit, sich weiter zu qualifizieren. Einige haben nach der Stadtteilmütter-Schulung eine Ausbildung als Sozialassistentin abgeschlossen, sind noch in dieser Ausbildung oder haben starkes Interesse daran. Durch dieses Projekt wird auch ein Einstieg oder Wiedereinstieg in das Berufsleben gefördert.“

Seit acht Jahren werden in Wolfsburg Stadtteilmütter ausgebildet. Innerhalb dieser Zeit nahmen insgesamt 133 Mütter mit Zuwanderungsgeschichte aus 33 Herkunftsländern und mit 16 verschiedenen Muttersprachen an der zehnmonatigen Schulung teil. In 2017 gab es ursprünglich 48 Interessentinnen, wovon 26 Frauen verbindlich mit der Schulung begonnen und 18 diese auch abgeschlossen haben. Die restlichen Teilnehmerinnen sind wiederum in Deutschkurse gewechselt. Für das kommende Jahr haben sich aktuell bereits 62 Interessentinnen gemeldet.