Wolfsburg

Kripo-Statistik: Hohe Aufklärung, weniger Taten

Kripo-Leiterin Imke Krysta, Wolfsburgs Polizeichef Olaf Gösmann und Christian Bauch (von links) vom Zentralen Kriminaldienst stellten die aktuelle Kriminalitätsstatistik vor.
Kripo-Leiterin Imke Krysta, Wolfsburgs Polizeichef Olaf Gösmann und Christian Bauch (von links) vom Zentralen Kriminaldienst stellten die aktuelle Kriminalitätsstatistik vor.

„Wermutstropfen“ ist die Gewalt gegen Polizeibeamten

WOLFSBURG (ph). In dieser Woche stellte die Polizeiinspektion (PI) Wolfsburg-Helmstedt die aktuelle Kriminalitätsstatistik vor. Ein starker Rückgang an Straftaten und eine hohe Aufklärungsquote zeichnen ein positives Bild.

Die registrierten Straftaten gingen im Wolfsburger Stadtgebiet im vergangenen Jahr um 7,9 Prozentpunkte auf 8.274 Taten zurück – das niedrigste Niveau seit fünf Jahren. Die Aufklärungsquote stieg um 2 Prozent auf 57,05 Prozent. Auch, wenn Polizeichef Olaf Gösmann die Quote als nicht aussagekräftig definiert, da diese auch abhängig von der Struktur der Kriminalität sei.

Die, durch Kriminalität verursachte, „Gefährdung“ sank mit 6.606 Straftaten pro 100.000 Einwohner um 7,9 Prozent gegenüber 2016. Die Kriminalität unter Beteiligung von Flüchtlingen – als Opfer oder/und Täter – spiele mit 5,7 Prozent des gesamten Strafaufkommens der Stadt Wolfsburg allerdings keine besondere statistische Bedeutung.

Bei den Eigentumsdelikten insgesamt konnte die Polizeiinspektion ebenfalls rückläufige Zahlen vermelden – 4.036 in 2016 und 3.362 in 2017. Bei Pkw-Kriminalität sind die Fallzahlen sogar um 21,9 Prozent gesunken. Dabei haben Autodiebe kaum besondere Vorlieben, außer, dass nur wenige ganz neue Autos geklaut werden – die Kripo-Chefin führt dies auf den ausgefeilteren Diebstahlschutz zurück. Einen besonderen Schwerpunkt setzte die PI auf den Bereich der Wohnungseinbrüche. Die Folge: Die Aufklärungsquote liege mit 27,08 Prozent deutlich über dem Landesdurchschnitt. 41,66 Prozent der Taten blieben 2017 im Versuch stecken. Allerdings stiegen die Fallzahlen leicht von 286 auf 288 Fälle. „Wir predigen gebetsmühlenartig, den Widerstandswert in Haus und Wohnung zu erhöhen. Wenn die Täter erkennen, dass sie in kurzer Zeit da nicht reinkommen, brechen sie ab“, berichtet Gösmann. Krysta rät dazu, die Wohnung auch in Abwesenheit „bewohnbar erscheinen zu lassen“ und zum „Mut zur Skepsis“ in der Nachbarschaft – bei ungewöhnlichen Aktivitäten „einfach mal nachfragen“ und im Zweifel die Polizei alarmieren, so Krysta weiter.

In 2017 gab es neun Straftaten gegen das Leben – 2016 waren es elf. Vor zwei Jahren sei die PI hier wegen der schwere der Delikte noch „ganz anders gefordert gewesen, als im letzten Jahr“, so die Kripo-Chefin.

Im Raubbereich gingen die Fallzahlen um 25,65 Prozent zurück, von den 58 Fällen wurden 53,45 Prozent aufgeklärt.

Körperverletzungen gingen von 866 auf 839 Fälle zurück. Einziger Wermutstropfen in der Statistik ist die zunehmende Gewalt gegen Polizeibeamte – hier stiegen die Fallzahlen insgesamt im Vergleich zu 2016 in Wolfsburg um 70,45 Prozent auf 75 Taten an. „Diese Entwicklung ist trotz vieler Appelle aus der Politik besorgniserregend“, so Gösmann. Acht Beamte seien so schwer verletzt worden, dass diese längere Zeit nicht dienstfähig waren. Auch ein hohes Strafmaß habe dem nicht entgegenwirken können. Folge: Die PI werde schon 2017 Beamten mit „Body-Cams“ – Kameras am Körper – ausstatten. „Wir hoffen dadurch auf positive Effekte zumindest bei denen, die noch einigermaßen klaren Geistes sind“, so Gösmann.
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