Wolfsburg

Lohn-Plus – Forderung nach Weihnachtsgeld nach wie vor

Im Dezember letzten Jahres veranstalteten die Gebäudereiniger von Volkswagen eine Warnaktion, in der sie die Aufnahme von Tarifverhandlungen für ein Weihnachtsgeld forderten. Archivfoto: nd
Im Dezember letzten Jahres veranstalteten die Gebäudereiniger von Volkswagen eine Warnaktion, in der sie die Aufnahme von Tarifverhandlungen für ein Weihnachtsgeld forderten. Archivfoto: nd

Ab sofort gibt es eine Lohnerhöhung für Gebäudereiniger

WOLFSBURG. Am Dienstag teilte die Gewerkschaft IG BAU mit: Bundesweit müssen alle Reinigungskräfte ab sofort mit mindestens 10,56 Euro pro Stunde vergütet werden. Dies kommt in Wolfsburg 1.040 Reinigungskräfte zugute.

Zum Januar ist der Mindestlohn in der Gebäudereinigung auf 10,56 Euro pro Stunde gestiegen – also 2,5 Prozent mehr als vorher. Glas- und Fassadenreiniger kommen nun auf einen Stundenlohn von 13,82 Euro, dies teilte die Gewerkschaft mit.

Mehr Geld fürs Wischen und Fensterputzen: Die IG BAU rät zum Lohn-Check. Foto: IG BAU
Mehr Geld fürs Wischen und Fensterputzen: Die IG BAU rät zum Lohn-Check. Foto: IG BAU
Demnach profitieren in Wolfsburg 1.040 Reinigungskräfte von der Lohnerhöhung. In ganz Niedersachsen sind es 61.000 Beschäftigte. Bundesweit sind 600.000 Menschen in der Reinigungsbranche beschäftigt. Denn das Plus ist für alle Reinigungsfirmen verpflichtend.

„Wer täglich Schulen, Büros und Krankenhäuser sauber hält, macht einen harten Job. Dafür gibt es jetzt einen verdienten Zuschlag“, sagt Dieter Großmann. Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Niedersachsen rät den Beschäftigten zum Lohn-Check. Mit der Januar- Abrechnung müsse das zusätzliche Geld auf dem Konto sein. „Auch Minijobber sollten genau hinschauen. Durch das aktuelle Lohn-Plus verringert sich ihre Arbeitszeit“, so Großmann weiter. Um auf 450 Euro im Monat zu kommen, müssten sie nun eine Stunde im Monat weniger arbeiten.

Die IG BAU fordert, auch die Arbeitsbedingungen für Reinigungskräfte deutlich attraktiver zu machen. Darüber verhandelt die Gewerkschaft aktuell mit den Arbeitgebern. Hierbei steht die Eingruppierung in die richtige Lohngruppe im Mittelpunkt. „Viele Beschäftigte, die eine Fachausbildung haben, verdienen aktuell zu wenig. Das soll sich ändern“, so die Gewerkschaft. Eine mehrjährige Ausbildung solle sich lohnen – genauso wie die Anerkennung der Berufserfahrung. Bisher zähle hier vor allem die Tätigkeit.

Ein weiterer Verhandlungspunkt ist: Ab diesem Jahr soll es in der Gebäudereinigungsbranche ein Weihnachtsgeld geben. „Weitere Warnaktionen wie diese im Dezember letzten Jahres vor dem VW-Werk wird es bundesweit noch geben“, berichtet Kai Schwabe, stellvertretender Regionalleiter der IG BAU Niedersachsen, auf Anfrage des Kuriers. Die Forderung lautet dabei nach wie vor: Weihnachtsgeld in Höhe von 800 Euro für Vollzeitbeschäftigte und 400 Euro für Teilzeitbeschäftigte. Das Weihnachtsgeld soll für die Beschäftigten ein Ausdruck von Wertschätzung ihrer Leistung sein – denn in fast allen anderen Branchen gibt es das Weihnachtsgeld bereits.