Wolfsburg

Neue Fachkräfte gesucht – doch es gibt viel zu wenige

Das Wolfsburger Klinikum Archivfoto: ph
Das Wolfsburger Klinikum Archivfoto: ph

Klinikum: Neuerungen durch Pflegestärkungsgesetz

WOLFSBURG (of). Seit Januar gelten in Deutschland neue Pflegepersonaluntergrenzen. Außerdem ist ein Personalstärkungsgesetz in Kraft getreten. Bei einem Pressegespräch erörterten die Wolfsburger Verantwortlichen Details.

Das Gesundheitsministerium schreibt neue Pflegepersonaluntergrenzen vor. Beispielsweise soll im Intensivbereich eine Pflegekraft 2,5 Patienten in der Tagschicht betreuen in der Nachtschicht 3,5. Ab 2021 verringert sich das Verhältnis weiter – auf 2:1 in der Tag- und 3:1 in der Nachtschicht. Um das erhöhte Aufkommen an Personal bezahlen zu können, tritt das Personalstärkegesetz in Kraft. Jedes zusätzliche Personal wird finanziert.

„Das klingt gut, geht aber an der Realität vorbei“, so Klinikumsdezernentin Monika Müller. Das Problem: Es gibt zu wenig Fachpersonal. Der „Markt“ sei quasi leergefegt.

„Unser entschiedenes Ziel ist aber weiter eine hohe Qualität in der Patientenbetreuung“, so Christiane Bitter, Pflegedirektorin am Wolfsburger Klinikum. Um das sicherzustellen, gibt es viele Fort- und Weiterbildungen für das Personal. Um dem Personalbedarf Herr zu werden, kämpft das Klinikum daher verstärkt um seine Auszubildenden, zur Zeit sind das 140 junge Menschen.

„Wir wollen ihnen Perspektiven bieten, damit sie nach der Ausbildung bei uns bleiben“, so Bitter. Daher werden ihnen Weiterbildungsmöglichkeiten geboten und unbefristete Verträge in Aussicht gestellt.

„Die Gefahr besteht allerdings weiterhin, dass Fachkräfte von Privatkliniken abgeworben werden“, berichtet die Pflegedirektorin. Manche Kliniken gäben sogar Prämien aus, um die frisch ausgebildeten Pfleger an sich zu binden.

„Bei der Pflege geht es vor allem um den Dienst am Menschen“, hebt Akhil Chandra, Medizinischer Direktor hervor. „Um die Pflegekräfte zu entlasten, sollen sie künftig mit weniger Bürokratie belastet werden“, so Wilken Köster, Klinikumsdirektor.

„Das beginnt zum Beispiel damit, dass sich die Pfleger nicht mehr um den Menüplan eines Patienten kümmern müssen“, so Christiane Bitter. Eine Transport-Assistenz soll die Pfleger zusätzlich entlasten.

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