Wolfsburg

Plus bei Mindestlohn, Rente, Kindergeld und Hartz IV

Das neue Jahr 2019 bringt einige Vergünstigungen für viele Menschen in Deutschland.
Das neue Jahr 2019 bringt einige Vergünstigungen für viele Menschen in Deutschland.

Das ändert sich mit dem neuen Jahr 2019

WOLFSBURG (ph). Im neuen Jahr 2019 gibt es wieder einige Änderungen. Vor allem Geringverdiener, Hartz IV-Bezieher und Familien sollen von den Neuerungen profitieren. Vereinfacht werden soll die Rückkehr von der befristeten Teilzeit in die Vollzeitbeschäftigung.

Auch Rentner können sich freuen: Die Renten sollen ab Juli 2019 um 3,18 Prozent im Westen und 3,91 Prozent im Osten ansteigen. Diese Erhöhungen sind jedoch vorbehaltlich der Daten zur Lohnentwicklung.

Bei der Mütterrente werden Erziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder mit 0,5 Prozent zusätzlich angerechnet. Neue Rentner müssen einen höheren Anteil der Rente versteuern – der steuerpflichtige Anteil steigt von 76 auf 78 Prozent.

Der Mindestlohn klettert zum 1. Januar 2019 von aktuell 8,84 Euro pro Stunde auf 9,19 Euro, ab 2020 weiter auf 9,35 Euro. Auch, wer einen Minijobber beschäftigt, muss sich an den neuen Mindestlohn halten.

Auch Familien können mit einer Entlastung rechnen – das Kindergeld steigt ab Juli um 10 Euro pro Kind im Monat. Der steuerliche Kinderfreibetrag wird von 4.788 Euro auf 4.980 Euro erhöht. Zusammen mit dem Betreuungsfreibetrag macht das ab 2019 insgesamt 7.620 Euro statt bisher 7.428 Euro. Zudem steigt der Grundfreibetrag der Steuerzahler von 9.000 auf 9.168 Euro (2019). Für die gemeinsame Veranlagung der Einkommenssteuer steigt die Einkommensgrenze auf 18.336 Euro. Außerdem wurde die Frist für die Abgabe der Einkommenssteuererklärung verlängert – um zwei Monate von Ende Mai auf Ende Juli. Bei Beteiligung eines Steuerberaters gilt sogar erst die Frist am 28. Februar 2020.

Eine deutliche Entlastung gibt es für alle gesetzlich Krankenversicherten. Mit Anfang des neuen Jahres 2019 sind die Arbeitgeber verpflichtet, die Hälfte des kompletten Beitrags zu zahlen. Rentner und Arbeitnehmer sparen dadurch 6,9 Milliarden Euro im Jahr. Zudem sinkt der durchschnittliche Zusatzbeitrag von 1,0 auf 0,9 Prozent.

Für hauptberuflich Selbstständige mit geringen Einkommen halbiert sich der Mindestbeitrag in den gesetzlichen Krankenkassen von rund 360 Euro auf rund 156 Euro. Der Grund: Ab dem neuen Jahr sinkt die Mindestbemessungsrundlage auf 1.038,33 Euro (2018: 2.284 Euro).

Mit dem neuen Jahr startet auch eine neue Initiative zum Kampf gegen den Fachkräftemangel in der Pflege. Aufgestockte Stellen in Krankenhäusern sollen künftig komplett von den Krankenkassen bezahlt werden. Pflegekräfte sollen sich künftig weniger mit Bürokratie aufhalten müssen. Deswegen soll die Anschaffung digitaler Lösungen, etwa für Dokumentationen, finanziell gefördert werden.

Ab 2019 haben die Arbeitnehmer in Deutschland zudem das Recht, nach einer Teilzeitbeschäftigung wieder voll zu arbeiten. Die befristete Teilzeit, mit anschließender Brücke in Vollzeit, gilt jedoch nicht in kleinen Betrieben, sondern erst in Unternehmen mit mehr als 45 Arbeitnehmern.

Unternehmen mit zwischen 46 und 200 Beschäftigten müssen je 15 Arbeitnehmer nur einem Beschäftigten den Anspruch auf Brückenteilzeit gewähren. Arbeitnehmer können dann einen Antrag auf Brückenteilzeit stellen, wenn sie länger als sechs Monate im Unternehmen beschäftigt sind. Die Teilzeitphase kann zwischen einem und fünf Jahren dauern. Bei Arbeitnehmern, die in Teilzeit sind und mehr arbeiten wollen, soll der Arbeitgeber beweisen müssen, dass kein passender Arbeitsplatz frei ist.

Arbeitslose erhalten ab 2019 mehr Hartz IV – Alleinstehende erhalten 8 Euro mehr, ebenso Bedarfsgemeinschaften, Jugendliche erhalten 6 und Kinder zwischen 5 und 6 Euro mehr.