Wolfsburg

Poller falsch gesetzt: „Gute Idee – schlecht umgesetzt“

Anwohner und Politiker kritisierten die Umsetzung der Einbahnstraßenabsperrung im Hopfengarten.
Anwohner und Politiker kritisierten die Umsetzung der Einbahnstraßenabsperrung im Hopfengarten.

Bürgerinitiative „Verkehr im Marggrafviertel“ ist irritiert

FALLERSLEBEN (ph). Noch kurz vor Weihnachten setzte die Stadtverwaltung eine oft geforderte Änderung um – die Straße Hopfengarten wurde kurzerhand in eine Einbahnstraße umgewandelt. Nur die Umsetzung irritierte.

„Wir sind entsetzt über die absprachewidrige und völlig undurchdachte Aufstellung der Sperr-Poller und Absperrbarrieren in der Straße Hopfengarten“, erklärte Matthias Dembski für die Bürgerinitiative „Verkehr im Marggrafviertel“.

Auf Wunsch der Anwohner wurden einige feste Poller wieder entfernt.
Auf Wunsch der Anwohner wurden einige feste Poller wieder entfernt.
Der Wunsch der betroffenen Anwohner: Die Platzierung der Verkehrsbarrieren sollte „in enger Abstimmung insbesondere mit den direkt betroffenen Anwohnern erfolgen. Am 6. Dezember hieß es dann noch vom Tiefbauamt, dass sich die „Festlegung des detaillierten Standortes der Poller“ noch in der Bearbeitung befinde. Dann ging alles jedoch schneller, als gewünscht. In der Woche vor Weihnachten wurde zunächst die Fahrbahn markiert, um dann zwei Tage danach „gleich Nägel mit Köpfen zu machen“, so Anwohnerin Nina Köchy. Über die Sackgasse habe sie sich gefreut, schließlich habe sie drei Kinder und vor dem Haus eine Straße über die regelmäßig Zuliefer-Lkw fahren. Das Problem: den Hinweis auf die neue Sackgasse ohne Wendemöglichkeit übersahen viele Auto- und Lkw-Fahrer. Die Folge war, dass viele Fahrer den Carport der Familie nutzen müssen, um zu wenden. Direkt gegenüber hat die Stadtverwaltung zudem einen gepflasterten Bereich abgesperrt, der sich als Wendefläche geeignet hätte.

Immerhin: Einen Teil der Absperrungen hat die Stadtverwaltung nach promptem Protest der Bürgerinitiative wieder entfernt. „Vielleicht ist wenigstens bei der Verwaltung angekommen, dass dies nicht die allerbeste Lösung gewesen ist“, so Dembski.

„Nach Aussage der Verwaltung sollte mit der Ausführung der Maßnahme den Anwohnern signalisiert werden, dass man deren Ängste und Sorgen ernst nehmen würde“, so André-Georg Schlichting. Bei dem Ortstermin stellte der Fraktionssprecher der CDU Fallersleben/Sülfeld fest: „Eine seit über 15 Jahren geforderte Maßnahme wurde nun endlich umgesetzt, die Verkehrsteilnehmer und auch Anwohner müssen sich an die neue Situation gewöhnen und sicherlich ist auch noch ein gewisses Verbesserungspotenzial vorhanden, jedoch verstehen wir nicht warum die Maßnahme, auch wenn nur temporär, teilweise wieder zurück genommen wurde.“ Die Verwaltung habe zugesichert zu Beginn des neuen Jahres mit den Anwohnern und Politikern einen gemeinsamen Termin zu finden, bei dem über mögliche Maßnahmen zur Anpassung der Situation gesprochen werden solle.

Für Matthias Dembski ist die Sache klar: „Was hier her muss, ist ein Wendeplatz.“