Wolfsburg

Stadt legt Wohnungsbaupolitik fest – kommen Bustrassen?

Abstimmung im Rat der Stadt Wolfsburg. Kleines Foto: OB Klaus Mohrs bei der Verpflichtung von Elvira Dresler sie übernimmt den Sitz von Winfried Bernhardt. Fotos (2): of
Abstimmung im Rat der Stadt Wolfsburg. Kleines Foto: OB Klaus Mohrs bei der Verpflichtung von Elvira Dresler sie übernimmt den Sitz von Winfried Bernhardt. Fotos (2): of

Rat der Stadt: Bürger sauer über geplante Preiserhöhung

WOLFSBURG (of). Am Mittwochnachmittag tagte der Rat der Stadt Wolfsburg und stimmte unter anderem für das sogenannte „Handlungsprogramm Wohnen“, einer Strategie für die Grundstücksvergabe und den Wohnungsbau. Außerdem sprach sich die Politik für ein Schnellbussystem in Wolfsburg aus.

Zu Beginn der Sitzung gab es in der Einwohnerfragestunde Kritik. Ein regelmäßiger Nutzer des Badelandes aus Detmerode überreichte Oberbürgermeister Klaus Mohrs eine 340 Unterschriften umfassende Liste. Wolfsburger, die regelmäßig das Badeland nutzen und eine Saisonkarte haben, sprachen sich gegen höhere Preise aus.

Die geplante Preiserhöhung im Badeland, die allerdings noch im Sportausschuss beraten und im März vom Rat der Stadt noch beschlossen werden muss, erhitzte die Gemüter.

„Wir habe nichts gegen eine moderate Erhöhung der Preise, aber eine Steigerung um 240 Prozent lehnen wir ab“, hatte sich der Bürger zu Wort gemeldet. Unter anderem sieht die geplante Änderung der Eintrittsgelder vor, dass die Wintersaisonkarte zum Preis von 231 Euro wegfiele. Zahlt der Kurzschwimmer hingegen den normalen Tarif von 4,10 Euro kann dieser noch mit eine Bonuskarte rabattiert werden, höhere Kosten sind die Folge.

Dezernentin Monika Müller rechnete in ihrer Antwort vor, dass mit der Saisonkarte der Schwimmer bisher nur rund einen Euro pro Eintritt zahle, in Deutschland seien solche starke Vergünstigungen heutzutage kaum noch zu finden. Die neue Entgeltverordnung sei der Politik vorgeschlagen worden und der Rat werde am 28. März darüber abstimmen müssen, so Müller. Der Preis für die Kurzschwimmer werde nicht angehoben.

Von der geplanten Erhöhung ist auch die Sauna betroffen. Erstmals soll ab September 2019 eine Abrechnung nach Stunden erfolgen. Die Tarif-Staffelung reicht von drei bis viereinhalb Stunden hin bis zur Tageskarte. Bisher kostet diese 18 Euro. Künftig ist geplant den Preis auf 23 Euro werktags und 25 Euro am Wochenende anzuheben. Drei Stunden Sauna sollen dann z. B. 19 Euro und vier Stunden 21 Euro kosten.

Die neuen Richtlinien zur Boden- und Wohnungsbaupolitik das sogenannter „Handlungsprogramm Wohnen“ fanden im Rat große Zustimmung. „Damit verhindern wir Bodenspekulation“, führte Jens Tonskötter (PUG) aus.

Joachim Sievers (CDU) sprach sich dafür aus, dass „auch in den Ortsteilen Nachverdichtung möglich sein muss“. Neindorf und Almke nannte er exemplarisch.

Hans Georg Bachmann (SPD) nannte den Beschluss einen vernünftigen Handlungsrahmen, der „All-In-Preis schafft Klarheit“. Sowohl Bachmann als auch Bastian Zimmermann (Linke) erinnerten an die 25 Prozent sozialen Wohnungsbau.

Zum Wohnungsbauprogramm berichtete OB Mohrs, dass im Jahr 2020 rund 5.100 der angepeilten 6.000 Wohnungen fertig sein sollen. In den nächsten sechs Jahren soll die Zahl 9.000 erreicht werden.

Des Weiteren sprach sich der Rat für ein Schnellbussystem aus. Mit der Einführung eines Qualitätsbussystems soll die Stärkung des städtischen ÖPNV in Wolfsburg weiterverfolgt werden. Um dem Verkehrsproblem in Wolfsburg Herr zu werden seien Trassen für Schnellbusse zu unterstützen, Fördermittel gebe es dafür ebenfalls. Die Einrichtung einer Straßenbahn ist damit in Wolfsburg offenbar vom Tisch. Im Vergleich zu Bussen sei sie viel zu teuer.

Für ein hitziges Wortgefecht hatte gleich zu Beginn die Ratsanfrage der SPD zur Europawahl gesorgt. OB Mohrs und Stephanie Scharfenberg (AfD) gerieten aneinander. Auf www.wolfsburg.de können gespeicherte Ratssitzungen nachträglich angesehen werden.