Wolfsburg

„Trotz weniger Geld die Stadt weiter voranbringen“

Mit dem Chef des Wolfsburger Rathauses, OB Klaus Mohrs, sprach der Kurier zum Jahresende über Stadtentwicklung und die mögliche Fusion mit Helmstedt. Gr. Foto: Archiv, kl. Foto: Stadt Wolfsburg
Mit dem Chef des Wolfsburger Rathauses, OB Klaus Mohrs, sprach der Kurier zum Jahresende über Stadtentwicklung und die mögliche Fusion mit Helmstedt. Gr. Foto: Archiv, kl. Foto: Stadt Wolfsburg

Interview mit Oberbürgermeister Klaus Mohrs zum Jahresende

WOLFSBURG (of). Zum Jahresende sprach der Wolfsburger Kurier mit Oberbürgermeister Klaus Mohrs über wichtige Ereignisse im vergangenen Jahr. Außerdem gab der OB einen Ausblick auf das kommende Jahr und sprach des Weiteren über seine Amtszeitverlängerung und die mögliche Fusion mit Helmstedt.

Kurier: Was waren 2018 die wichtigsten Ereignisse?

Klaus Mohrs: Wir haben den 80. Stadtgeburtstag gefeiert. Aufgrund der Finanzsituation war das Programm abgespeckt, es war aber eine sehr schöne Feier, die sehr stark von ehrenamtlichen Organisationen getragen wurde. Das Jahr war geprägt davon, weniger Geld zur Verfügung zu haben und dabei trotzdem wichtige Dinge für die Stadtentwicklung voranzutreiben.

Welche Dinge sind dies?

Mohrs: Da ist zum einen der Kita- und Schulausbau. Wir müssen heute 2.000 Kinder mehr versorgen als noch vor 10 Jahren. Wir haben ein beispielloses Ausbauprogramm machen müssen und wir hatten 12 Kitas in der Planung, im Bau bzw. in der Fertigstellung. Das war und ist ein enormer Kraftakt für Wolfsburg. Das wird sich im Schulbereich fortsetzen. Ich hatte mich vor rund 15 Jahren noch mit der Frage auseinandersetzen müssen, welche Grundschulen schließen wir? Jetzt müssen wir wegen der erhöhten Zahl an Kindern zwei neue Grundschulen bauen und mehrere Grundschulen erweitern. Auch bei den weiterführenden Schulen wird das Folgen haben, wir werden ohne weitere Bauten nicht auskommen.

Kurier: Thema Wohnen, wie geht es da weiter?

Mohrs: Alle Welt spricht zurecht von Fachkräftemangel. Wir hören immer wieder, dass sich z. T. Fachkräfte mit Wolfsburg schwer tun, weil es zu wenig Wohnraum gibt. Es entspannt sich gerade etwas durch die Baugebiete Hellwinkel, Steimker Gärten und das zukünftige Baugebiet Sonnenkamp.

Welche Bedeutung hat die Digitalentwicklung?

Mohrs: Die Infrastruktur für die Digitalentwicklung müssen wir unbedingt vorantreiben. Die Entwicklung von Volkswagen und Stadt steht und fällt mit dieser Frage. In den letzten beiden Jahren haben wir mit der Verlegung von Glasfaser wichtige Schritte getan. Wir hoffen, dass wir bis 2021/22 in Wolfsburg eine komplette Glasfaserverkabelung haben.

Kurier: In diesem Zusammenhang ist auch das Geschenk von VW zum 80. Stadtgeburtstag, die E-Ladesäulen zu sehen?

Mohrs: Das wird die ganz große Herausforderung für viele Kommunen sein, eine gute Ladeinfrastruktur aufzubauen, damit die Kunden diese Autos auch gerne fahren. Wir haben in 2018 damit angefangen diese zu entwickeln. Unser Ehrgeiz ist es, die erste Stadt zu werden, die eine sehr gute Infrastruktur aufweisen kann.

Sie hatten den Spagat zwischen Stadtentwicklung und Sparen genannt, wird der Bürger etwas davon zu spüren bekommen?

Mohrs: Da ist das Straßenausbauprogramm zu nennen. Wir haben in 2018 zwar die Nordhoffstraße zum Teil saniert aber wir müssen uns daran gewöhnen, dass wir nicht alle Straßen und Radwege so modernisieren können, wie es sein sollte. Außerdem schreitet die Sanierung von Sporthallen nicht so schnell voran, wie es die Bürger und auch ein Oberbürgermeister gerne sehen würden. Des Weiteren werden wir an der einen oder anderen Stelle auch Eintrittspreise moderat erhöhen müssen. Im Frühjahr 2019 wird der Rat bei den Haushaltsplanberatungen darüber diskutieren müssen.

Bei Straßen sind auch Bund und Land gefragt oder?

Mohrs: Eine Landesregierung muss berücksichtigen, dass wesentliche Weichenstellungen für die Entwicklung Niedersachsens durch VW geschehen und daher müssen VW-Städte auch in die Lage versetzt werden, die Infrastruktur für Zukunftstechnologien aufzubauen. Die Landesregierung hätte den Mut zeigen können (...)

Fortsetzung auf Seite 2  „Den Weg einer Fusion kann ich eher gehen als andere“

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